Kultur

Arbeit und Musik in der lauen Sommernacht

Die Tage sind lang und die Nächte sind lau. Da haben Openair-Veranstaltungen Hochsaison. So auch in Muri, wo man zur Sommerserenade lädt.

Jolanda CovoDoch was braucht es alles, bis eine solche Veranstaltung im Klosterhof von Muri über die Bühne gehen kann? Bis alle Orchester- oder Chormitglieder im richtigen Licht stehen und alle ZuhörerInnen einen Sitzplatz haben? Jolanda Covo von «Musik im Festsaal» weiss darüber viele Geschichten zu berichten. Seit fünf Jahren ist sie verantwortlich für die Organisation der Konzerte im Festsaal von Muri. Dazu gehört auch die Sommerserenade, welche die Saison der Konzertreihe beschliesst. Für Jolanda Covo wird es in doppelter Hinsicht der letzte Anlass sein, den sie für «Musik im Festsaal» organisiert hat. Danach gibt sie ihr anspruchsvolles Amt in neue Hände ab.

Selten im Freien
In den Jahren, in denen Jolanda Covo für die Sommerserenade verantwortlich war, musste diese meist im Festsaal durchgeführt werden, weil das Wetter nicht mitspielte. An das Jahr 2016 hat Jolanda Covo gar ganz besondere Erinnerungen. «Da mussten wir nach kürzester Zeit den ganzen Hof räumen und in den Festsaal wechseln, weil ein Platzregen über Muri hinweg zog», erinnert sie sich heute schmunzelnd an diese überaus stressige Serenade. «Die MusikerInnen brachten ihre Instrumente in Sicherheit, das Publikum half beim Zusammenklappen der Stühle und trug sie in den Festsaal, damit man dort sitzen konnte. Bis zur offiziellen Pause hatten wir vom Organisationsteam sogar die Pausenbar eingerichtet und konnten alle bedienen», fährt sie mit ihrer Erinnerung fort. Dann meint sie, dass diese Serenade bei ihr wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

«Für diesen einen Abend plane ich faktisch immer zwei Konzerte.»

Jolanda Covo

Die Planung von zwei Konzerten
Ein einmaliges Erlebnis wird die kommende Serenade vom Samstag dem 23. Juni bestimmt auch werden. Denn seit langer Zeit wird sie wieder einmal draussen stattfinden können, weil die Wetterlage im Moment stabil und schön ist. «Es reicht nämlich nicht, dass am Konzertabend selber schönes Wetter ist. Wir müssen die Bühne und alle Stühle ebenfalls im Trockenen aufstellen können», skizziert sie eine der Herausforderungen. Nun, inzwischen ist der Entscheid gefallen, dass die Serenade 2018 im Klosterhof stattfinden wird. Das bedeutet für Jolanda Covo aber auch eine ganze Menge zusätzlichen Aufwand. Nicht nur, dass sie Bühne, Licht, Stühle für den Anlass im Freien organisieren musste, sondern es müssen ganz viele kleine und zusätzliche Details beachtet werden. So müssen der Hof und die Bogenhalle reserviert sein, die Pflegi Muri muss ihren Seiteneingang schliessen, Stühle müssen zusätzlich nummeriert werden und ein Kühlschrank und ein Barelement wird extra für den Einsatz im Freien angemietet. Gleichzeitig muss sie aber immer auch die Schlechtwetter-Variante im Hinterkopf behalten. Wenn das Wetter nämlich wider Erwarten nicht mitspielt, dann findet die Serenade im Festsaal statt. «Für mich ist der Festsaal praktisch gesehen die einfachere Variante als der Klosterhof», muss Jolanda Covo ehrlich zugeben. Im Klartext bedeutete also die Sommerserenade faktisch immer, dass sie zwei Konzerte für ein und denselben Abend perfekt organisieren und planen musste.

Immer mit viel Engagement dabei
Eine überaus anspruchsvolle Aufgabe, die viel Engagement und Organisationstalent verlangt und auch bedingt, dass ganz viel Arbeit gemacht wird, welche das Publikum und die Auftretenden kaum wahrnehmen. Arbeit, die Jolanda Covo aber immer mit viel Freude erledigte. Allgemein kann sie über ihre Arbeit im Team von «Musik im Festsaal» festhalten, dass es ihr immer viel Spass gemacht habe, und dass sie dabei Kontakt zu ganz vielen Leute hatte. «Ich hatte mit vielen MusikerInnen Kontakt, mit denen ich sonst nie ein Wort gewechselt hätte, und ich durfte auch sonst ganz viele spannende Leute kennenlernen.» Doch alles habe irgendwie seine Zeit. Und für sie sei jetzt die Zeit gekommen, um von «Musik im Festsaal» Abschied zu nehmen und höchstens noch als Konzertbesucherin wieder in den Festsaal von Muri zurückzukehren. So gänzlich wird Jolanda Covo Muri und dem Festsaal nicht den Rücken kehren, denn spätestens bei «The Muri Competition» im April 2019 ist sie im Organisationskomitee wieder mit dabei.

Bettina Leemann
20. Juni 2018
Bild: Bettina Leemann

Die Sommerserenade im Klosterhof Muri findet am Samstag, 23. Juni ab 20.30 Uhr statt. Man darf sich auf ein anspruchsvolles Programm mit der Zürcher Sing-Akademie unter der Leitung von Florian Helgath freuen. Näher Informationen zum Programm unter: www.murikultur.ch

 

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